Samstag, 4. August 2007

Jimi Hendrix wäre heute 65


Samstagmorgen. Ich frühstücke und höre mit einem Ohr die Halb-Zehn-Uhr-News in dem kleinen TV, der auf dem Kühlschrank steht.

Ein Bericht über eine Sommer-Hunde-Schule in San Francisco.
Dann ein Studio-Gast, ein Professor für Musikwissenschaften an der University of San Francisco. Der Moderator unterbricht ihn immer wieder. Was sich die Leiterin der Hundeschule nicht hat gefallen lassen. Der Professor hat immerhin eine Biografie über Jimi Hendrix veröffentlicht.

Der Moderator sagt: Jimi Hendrix wäre dieses Jahr 65 Jahre alt geworden. Sie bieten im Herbst-Semester eine Klasse zu Jimi Hendrix an. Eine Klasse über Beethoven, das könnten wir alle sofort verstehen, vielleicht eine Klasse über Frank Sinatra, okay. Aber über Jimi Hendrix? Was macht ihn zum Thema für eine Klasse an der Universität?
Der etwas schüchterne Professor versucht auf die Spur, die der Moderator legt, herüberzuwechseln. Er sucht nach einem passenden Superlativ: Ja, das können wir ohne zu zögern sagen, Jimi Hendrix war der Größte auf der elektrischen Guitarre. – Und er relativiert: Zumindest für meine Ohren ist er der absolut Größte. Er war es – technisch gesehen – auf der E-Guitarre und der Akustik-Guitarre. Und er war es auch als Komponist. Das kann man in jedem Fall sagen: Sein psycholedischer Sound auf der E-Guitarre ist unerreicht geblieben. Der Moderator, selbst ein Endfünfziger, ist zufrieden: Was weiß man über seinen Tod mit 28? Da gibt es ja viele Theorien?

Der Professor jetzt weniger schüchtern, mit krauser Stirn, Betroffenheit zwischen den Augen: Jimi Hendrix nahm Drogen, seine Auftritte wurden irgendwann schlechter dadurch, das hat ihn deprimiert. Er brauchte in der Todesnacht Schlaftabletten, um überhaupt einschlafen zu können. Er ist an seinem Erbrochenen erstickt, infolge von Barbituraten in Verbindung mit sehr viel Alkohol. – Ein Moment Betroffenheit, eine Sekunde Schweigen – was hier im TV selten ist.
Die Daten für die Einschreibung für die Jimi Hendrix-Klasse am 9. September werden eingeblendet. Der Moderator gibt zurück ins Fox-News-Studio nach Los Angeles.

Die beiden Moderatoren dort verweilen einen Moment beim Thema. Sie hat graue, er weiße Haare. Sympathische Typen. Im Zwi-Gespräch über Jimi Hendrix sind sie sich absolut einig. Er war der Größte, auch wenn viele junge Leute seine Musik kaum noch kennen. Und vor allem seine Jazz-Stücke sind amazing, really amazing, sagt die niedliche Moderatorin, mein Alter. Beide sind für einen Augenblick sehr spürbar für mich. Wir drei sind uns einig.

In einem Forum im Internet schreibt die 18-jährige „Matschkopf-1“:

Ich bin wahrscheinlich nicht die einzige die das Wort
"psychodelisch" von Vegas nicht versteht.
Hier mal die Übersetzung:

psychodelisch: in einem (bes. durch Drogen hervorgerufenen)
euphorischen (in heiterer Gemütsverfassung),
tranceartigen Gemützustand befindlich.

Da fragt man sich doch woher Vegas solche Ausdrücke
kennt. ;-)
Naja, is ja auch egal.


Der Film: Jimi Hendrix - Live at Woodstock 69

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