Ich war auf der Immigranten-Behörde, um meinen Visa-Waiver zu erweitern. Erfahre, dass ein Waiver nicht über 90 Tage erweiterbar ist. Das ist mein zweiter Tiefpunkt in dieser schönen Stadt! Fühle mich bescheuert, da kann ich noch soviel auf das USA-Reisebüro in Bremen schieben. Rechtsanwalt von Klaus sagt: Kaufmann muss Beratung prüfen. Paff!
Fliege am 7./8. August zurück und Ende August wieder her.
Hab mir bewusst heute einen Downtown-Tag gegönnt, mit Sonne und Essen gehen und Kaffeetrinken. So war mein Tag - viele gemischte Gefühle:
6:23 Blick auf den Wecker
6:32 Fahre Notebook hoch, noch keine Antwort vom American Dream Team aus Berlin
7:05 Frau Gessner (Berlin) am Apparat. Ab 19. Aug. gibt es beim Konsulat in Ffm Interview-Termine. Sie macht für mich einen. Für ein B-2-Visum (6 Monate).
7:15 John steht im Nachthemd hinter mir, grimmig. Ich solle nie mehr nach D. telefonieren!
7:30 Beantworte 7 Mails und schreibe eine Rechnung über 3.000 EUR nach Graz.
10:30 Sitze im Muni-Train Richtung Downtown.
11:30 Checke das Hi-Hostel in der City und reserviere Bett in Vierer-Zimmer für Robert.
11:50 Vor-Ort-Termin in einem düsteren Hotel in Hyde Street. B-Movie 20-er Jahre!
12:10 Termin im Harcourt-Hotel, für Werner, Larkin Street, zentral, reserviere vor.
12:25 Klaus ruft an, hat mit Anwalt gesprochen, berät mich. Toll!
12:35 Die Sonne! Laufe California Street abwärts, setze mich in Grace Cathedral. Spüre, wie gut mir tut, dass ich mich auf Klaus verlassen konnte.
13:40 Wieder Mal blauer Himmel hier unten. Laufe Sacramento Street runter.
13:45 Finde den China-Imbiss im Financial District, esse Chicken süß-sauer. Schlafe ein.
14:45 Wache auf, verlasse das leere Lokal. Halte nach 200 m an der Ecke Montgomery an.
15:00 Sitze unter Arkaden in einer Straßenschlucht, trinke starken Kaffee.
Lese, träume, lese… in meinem Roman …
„In hospital I brought back some memory: not of conversations we had had, but of moments we had shared in silence.” Er erinnert sich an seine Frau, die ihn verlassen hat. - An einem grauen Nachmittag in Wien, auf der Rückfahrt von Schloss Schönbrunn hast Du Deinen Kopf an meine Schulter gelehnt und hast lange geschlafen. - Was ist nur mit uns? Bin traurig.
16:00 Beobachte die in Grüppchen Vorbeilaufenden. Wahrscheinlich Angestellte aus den Bürotürmen in Montgomery und Sutter. Ich würde hier mit jedem zweiten Krawattenträger ein Bier trinken gehen. Freundliche und offene Gesichter, glaubt mir sicher keiner! San Francisco ist anders als Frankfurt. Anders als der Rest von Amerika. Immer wieder: eine Traumstadt!
18:47 Höre im Subway einem farbigen Saxophon-Spieler zu und werfe einen Dollar in
seinen Instrumenten-Koffer.
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| Album: Gemischtes am 26. Juli |


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