Montag, 30. Juli 2007

de Young Museum


Das zweite Top-Museum in der Stadt – nach SFMoMa – ist das de Young. Es steht im Golden Gate Park und zeigt über 1000 Arbeiten US-amerikanischer Maler. Außerdem: indianische, mexikanische, aztekische, afrikanische und polynesische Kunst, die mich heute überhaupt nicht interessiert hat. Ich hatte die Amerikaner in europäischen Museen nie wahrgenommen. Weiß nicht, woran das liegt. Wahrscheinlich gibt es in Europa nicht viele Bilder. Hier ist alles, was in USA Rang und Namen hat, an einem Ort. Was ich überhaupt nie erlebt habe: man durfte drinnen fotografieren.

In naturalistischen Darstellungen aus dem späten 19., Anfang 20. Jahrhundert spiegelt sich amerikanische Geschichte. Fand ich spannend! Das ist bei uns genauso, aber man vergisst es. Ich hab vier Bilder fotografiert: eines vom Frühling in Kalifornien, eines von Indianern auf Bisonjagd, ein Häuptlings-Portrait und ein Gemälde mit dem Titel „Die letzten Momente des John Brown“. Amerikanische Geschichte. Wer kennt das Lied „John Brown’s Body“ nicht?! John Brown war weißer Militärangehöriger, der sich mit Gewaltaktionen gegen die Sklaverei in den Südstaaten gewandt hat und sechs Monate vor Beginn des amerikanischen Bürgerkriegs dafür gehängt wurde (gelernt bei Wikipedia).

Die modernen Bilder kommen von George O’Keeffe, Diego Rivera, Edward Hopper, Willem de Kooning, Wayne Thiebaud und vor allem hier in Kalifornien: von Richard Diebenkorn. Diebenkorn ist für die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg eine richtige Größe in Kalifornien! Malerei-Interessierten kann ich ihn nur auf das Schärfste empfehlen! Seine Bilder sind voller Licht und Sonne. Wie die Bilder der französischen Maler an der Côte d’Azur. An Matisse hat er sich tatsächlich orientiert.

Das Museum wurde beim Erdbeben von 1989 zerstört und jetzt von zwei Schweizer Architekten wirklich mutig wieder aufgebaut. Das de Young ist zur Zeit – zusammen mit dem unzweifelhaft scheußlichen Mariott-Hotel an der Market Street - das umstrittenste Gebäude San Franciscos. Mir gefällt es. Das Gebäude ist so schlicht, man verlässt es, und zurück bleibt nur die Erinnerung an einzelne Bilder. Ist das nicht der Zweck eines Museums? Beim SFMoMa denke ich hauptsächlich an das Gebäude, die Bilder hab ich bis auf eins längst vergessen.
Album: de Young Museum

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