Aber der Reihe nach: Unsere Boeing 747 landet Freitag um 13:15 Uhr Pacific Time Zone(PTZ) auf dem Flughafen nahe Silicon Valley.
Hier ein paar facts and figures:
- 7:20 Start von Hamburg nach London
- 10:50 weiter mit einer Boeing 747 nach San Francisco
- Flugroute: London - Hebriden/Schottland – Island – Grönland – Hudson Bay (Canada) – Mittlerer Westen – Rocky Mountains – San Francisco
- London – San Francisco: 11-Stunden-Non-stop
John wartet auf mich. Mit einem Schild: BREMEN – FRANKIE 54. Das ist mein Benutzername auf der Wohnungsseite im Web. Er erkennt mich an den Haaren, sagt er. Er hat vorher ein Bild von mir gesehen. Ich erkenne ihn an der Hautfarbe. Und natürlich an dem Schild.
Nach zwölf Mails, die wir schon getauscht hatten, schrieb er kurz vor meiner Anreise:
Hello Frank: How is everything coming along with your motorbike? I forgot to let you know that I am Afro-American (Black) and would be happy to have you come to stay here.
God bless you! John
Die US-Website roommate.com
Kennen gelernt haben wir uns über die Wohnungsanzeigen-Seite www.roommate.com. Ich hatte ein Gesuch gepostet. Hatte dafür Fragen beantwortet bezüglich meiner Toleranz gegenüber Haustieren und Kindern (in dieser Reihenfolge!) usw. Und das Wunschalter für meinen Wohngenossen auf „25 bis 70 Jahre“ eingegrenzt. John schrieb zurück:
I almost fit your needs perfectly except I am 3 years older than you want (73).
Er schrieb weiter, dass er als Schauspieler in Werbe- und Spielfilmen auftrete und hin und wieder als Senior Model für eine Model-Agentur arbeite. Da ich von dem Schwulen-Stadtteil Castro District gelesen hatte, läuteten bei mir wieder die Sturmglocken! Wie damals auf Kreta - aber das würde jetzt zu weit führen…
Alternativen
Meine Alternativen zu John waren…
1. drei schwule Berufstätige zwischen 35 und 44
2. eine Mehrgenerationen-Hausgemeinschaft, das Zimmer für 1.200,- $ (!) pro Monat.
Da ich auf ältere Leute immer neugierig bin, sagte ich John 14 Tage vor Abreise zu. Ich hatte kein Geld überwiesen. Es lief alles über die E-Mails, mit denen wir gegenseitig Vertrauen aufbauten. Was uns gelungen ist!
John zieht tagsüber alle Vorhänge zu. Statt zu lüften sprayt er übelriechende „Refresher“. Mein Zimmer ist inzwischen hell und gelüftet.
Über dem Stadtteil liegt vormittags und am frühen Abend kalter Nebel, der vom Pazifik auf die Hügel der Stadt zieht. Wenn der Nebel geht, blickt man vom Bus in die City auf ein atemberaubend schönes San Francisco.
Morgen stelle ich Bilder davon ein. Danke für die Kommentare!
Für mehr Bilder von John einfach aufs Bild klicken!
![]() |
| Album: John Norris |


2 Kommentare:
Hey Paps,
Dieser Blog scheint echt die ultimative Lösung dafür zu sein, regelmäßig etwas von dir zu hören.
Dein Vermieter macht doch - zumindest über das Foto - schon mal einen sehr sympathischen Eindruck. Ich hoffe, dass du gut mit ihm auskommen wirst, auch wenn er eigenartiger Weise tagsüber die Gardinen zuzieht und Raumdüfte verbreitet :)
Finds schön über diese Weise etwas von dir zu hören, da ich noch gar nicht richtig realisieren konnte, dass vier Monate Abwesenheit deinerseits keine sehr kurze Zeit sind.
Ich denk an dich,
Dein Robert
Alter, das mit den Raumdüften müsste Dir aus dem Büro bekannt vorkommen.....
Kommentar veröffentlichen