Freitag, 8. Juni 2007

John und ich haben ein Problem


John und ich haben ein Problem. Es gibt einen Internet-Anschluss für nur einen PC. Und der liegt im Arbeitszimmer von John. Wir haben vergangenen Sonntag vereinbart, dass ich einmal morgens und einmal abends ein Ethernet-Kabel aus meinem Zimmer über den Flur in seinen Arbeitsraum lege. Dass ich seinen PC vom Netz nehme und meinen anschließe – und nach einer Stunde den alten Zustand wieder herstelle.

“… but don’t invade the other person’s space.” – Die Lösung war keine wirkliche Lösung. John klagt seit gestern darüber, sein Rechner sei so langsam. Er war gestern aufgeregt und verärgert. Dabei kam zur Sprache, dass er dringend wissen will, wie lange ich bleibe: einen Monat oder vier Monate?!

Zwischen uns war es vor meiner Anreise und noch mal mehr in den letzten Tagen ziemlich vertraut zugegangen. John hat viel Humor! Wir haben viel geredet und gelacht. Ich kann gut verstehen, dass er wissen will, auf was er sich mit mir einlässt und wie lange.

Für die Technik haben wir heute gemeinsam eine Lösung gefunden: ein IT-Techniker kommt morgen ins Haus. Er checkt John’s PC. Stellt sich heraus, dass ich das Problem verursacht habe, zahle ich die Rechnung. Stellt sich heraus, dass ein „Spinnenvirus“ das Problem ist, zahlt er. Ist es beides, teilen wir uns die Rechnung. John kauft einen Router (Mehrfachanschluss) auf seine Rechnung, und die Installationskosten übernehme ich.

Wir haben außerdem vereinbart, dass ich mich bis zum 15. Juni entscheide, ob ich am 1. Juli bleibe oder gehe. Die Stimmung ist fürs Erste wieder in Ordnung. Aber eine wirkliche Lösung steht noch aus:
Warum will ich mich nicht auf vier Monate festlegen? Ein paar kleinere, nicht wirklich wichtige Punkte wären: nachts 1 Stunde Fahrtzeit aus der City zurück nach Hause, Stadtteil mit mehr Nebel als sonstwo, ziemlich hoher Schmutzpegel, v.a. in der Küche, wo alles klebt.

Das sind alles keine wirklichen Argumente! – Ein wichtigeres Thema, das ich „verhandele“: wie komme ich weiter in Kontakt zu Leuten in dieser Stadt? Die Stimme der Vorsicht sagt mir: versau dir den wichtigsten Kontakt nicht, in vager Hoffnung auf weitere! Vor allem, wo weitere Kontakte z.B. über roommate.com zur Zeit nicht in Aussicht sind. Ich denke, bei John habe ich eine gute Basis. Keiner hindert mich, hier zu wohnen und draußen mehr Menschen kennen zu lernen!
I think that’s the way I’m gonna do it.

Album: 546 Arballo Drive

4 Kommentare:

Monika hat gesagt…

Hi, Frank, das ist sicher eine gute Lösung. Robert hat mir geholfen bei der Einrichtung eines Kommentar-accounts. Wir brüten über Bewerbungen für diverse Unis.
Deine Bilder sind nett. So können wir uns gut vorstellen, wo du lebst und was du so treibst.
Lass es dir weiter gut gehen. Ich schreibe gleich noch eine email. Lieben Gruß

Moni

Frank hat gesagt…

Hi, Monika,
was soll ich schon treiben? :-)
Sorry, but the oats are stabbing me (Frei übersetzt: Sorry, mich sticht der Hafer)!

Auch lieben Gruß
Frank

Pirater hat gesagt…

Lieber Frank,
ist doch super, wie Ihr das Problem gelöst habt.
Tja, das mit dem (Nicht)Festlegen und es dabei nicht versauen kommt mir ja auch irgendwie bekannt vor. Aber da Du das Computerproblem so super gelöst hast, wird das andere auch schon gehen. Na, und dann fallen mir dabei natürlich die zwei Versionen von: "Drum prüfe wer sich für vier mOnate bindet ...."
ein.

Lieben Gruss Peter

Frank hat gesagt…

Hi Peter,
die Frage, ob wir uns ganze vier Monate binden sollen, stellt sich so schon nicht mehr: Am 3. August kommt - wie jedes Jahr - ein Professor aus Los Angeles und ist für mein Zimmer vorgesehen. Es ist nicht 100% sicher, deshalb hat John es auch rausgezögert davon zu sprechen. Ich schaue mich also schon anderweitig für August um.
So lösen sich die Fragen manchmal.
Frank