Montag, 18. Februar 2008



Hier sind ein paar Bilder von mir, die in den vergangenen zwei bis drei Jahren entstanden sind. Für mehr einfach auf das kleine Bild unter meinem Namen klicken!

Frank

Frank

Montag, 17. September 2007

Gemeinsame Zeit mit Robert in S.F.



Unsere Zeit vom 04. bis 15. Sept. 2007.
Hier erstmal die ca. 200 Bilder.
Lieben Gruß
Papa

Unsere gemeinsame Zeit in S.F.

Montag, 6. August 2007

Abschied und Blick zurück


Zum ersten Mal Abschied-Nehmen von dieser Stadt.

Wie oft fühlt sich Leben so voll an?
John hab ich vorhin gesagt: Ich hab mich in die Stadt verliebt. Ich hab auch ein paar tolle Menschen kennen gelernt, aber verliebt hab ich mich in die ganze Stadt. Da lacht er und sagt, es wäre ihm aufgefallen, mit welcher Sorgfalt ich mir die Stadt erarbeitet hätte.
Er hätte seinen Freunden davon erzählt und hätte dafür Hochachtung. Die Stadt sei tatsächlich außergewöhnlich schön. – Als er das sagte, hatte ich den Eindruck, dass er das selbst längst vergessen hatte.

Euch danke ich von Herzen for companionship auf der ersten Etappe. Es hat mir, wenn ich mich einsam gefühlt habe, immer geholfen, dass ich schreiben konnte. Das war mein Versuch, mich auf einer Single-Reise mit Euch zu vernetzen. Natürlich ist das dünner, muss dünner sein, als das, was ich den vergangenen zweieinhalb Jahre in Bremen durch Vernetzung neu erlebt habe. Danke dafür!
Meine Texte sind keine spontanen, schnellen Notizen. Ich arbeite an Texten, das macht mir Spaß. Und das soll in meiner beruflichen Zukunft demnächst noch mehr Platz einnehmen.

Die Hauptbotschaft der Beatniks der 50iger ist: „Versuche so zu leben, als wären es die fünf letzten Tage in Deinem Leben!“ So singt es Janis Joplin. Alle, die in Otto-Gruppen gearbeitet haben, haben sich damit auseinander gesetzt. Den beruflichen Alltag mit diesem Prinzip zu verknüpfen, ist mit Sicherheit nicht leicht. Aber es gibt immer Wege, die man für sein Leben individuell finden kann, um aus dem Hamsterrad auszubrechen und sich dabei „am Leben zu halten“.
Ich war früher in mir so zerrissen und voller Unruhe, dass ich meine Lebensumstände konstant halten musste. Seitdem dieser Riss am Zuwachsen ist, werde ich meine Lebensumstände mehr und mehr in Bewegung bringen. Das ist für mich die wichtigste Einsicht der vergangenen neun Wochen.

Nach vier Wochen Alleinsein – der Beginn der vierten Woche war schrecklich - meldete sich ein Gefühl, als würden in meinem inneren Haus die Wände weiß getüncht. Es hat sich ein Raum geöffnet, den ich in Zukunft selbst gestalten will! Wahrnehmungen, Gefühle, Erinnerungen, alles zeichnet sich klar wie ein scharfer Schatten ab. Ich weiß in den letzten vier Wochen genau, was ich am Tag tun will, was ich nicht will, was ich fühle. Und v.a. was ich in den nächsten Jahren noch möchte.

In diesem Zustand gab es auch ein paar „magische“ Augenblicke, ein paar Momente des Glücks, wo ich z.B. beim Essen saß und mich über den weißen Reis beugte und mir unwillkürlich Tränen aus den Augen quollen. Vor Freude, wie Leben auch sein kann, vor Traurigkeit, wie kurz es ist. Weil der Moment, der gerade eine Sekunde zuvor verstrichen war, so dicht und lebendig war. Oder ich so intensiv im Kontakt mit jemandem oder etwas war, dass sich die Spannung durch Tränen gelöst hat.

Zwei Träume hab ich mir erfüllt: mit dem Motorrad auf dem Highway One die kalifornische Küste nach Süden zu fahren. Und einmal im Ausland zu leben und jeden Tag Englisch zu sprechen und so zu lernen. - Dafür bin ich dankbar.
Der Moment, in dem sich ein Traum erfüllt, ist weniger spektakulär, als ich vorher geglaubt hatte. Aber die Erfahrung macht stark. Mehr und Neues zu träumen.

Eine gute Erfahrung ist auch, allein sein zu können, ohne innerlich immer ängstlicher und kleiner zu werden. Darüber hab ich mich mit Ute ausgetaucht, die das ähnlich erlebt hat. Als ich nach drei bis vier Wochen einen Tiefpunkt mit Schlaflosigkeit überwunden hatte, durch die Einsamkeit durch gegangen war, ging’s bergauf und die Gefühle und Gedanken wurden stärker und klarer.

Jetzt freu ich mich erstmal, wieder mehr unter Menschen zu kommen. Soviel Zeit und Bereitschaft zur Beziehung haben die Leute hier auch nicht über. Schon gar nicht für jemanden, von dem man nicht weiß, wie lange er im Land bleiben darf und ob er nochmal wieder kommt. Am 17. August hab ich mein „Interview“ in Frankfurt beim US-Konsulat und ich hoffe, dass ich am 1. September wieder einreisen kann. Ob ich die Einträge im Blog dann wieder aufnehme, hängt auch von Robert, Werner und Klaus ab, die mich im September und in der ersten Oktober-Woche besuchen wollen. Wir werden das besprechen. Kuckt einfach am 2. September mal rein. Oder ich schreib 'ne Mail. Bis dahin.

Euer Frank
Album: Erster Abschied

Samstag, 4. August 2007

Jimi Hendrix wäre heute 65


Samstagmorgen. Ich frühstücke und höre mit einem Ohr die Halb-Zehn-Uhr-News in dem kleinen TV, der auf dem Kühlschrank steht.

Ein Bericht über eine Sommer-Hunde-Schule in San Francisco.
Dann ein Studio-Gast, ein Professor für Musikwissenschaften an der University of San Francisco. Der Moderator unterbricht ihn immer wieder. Was sich die Leiterin der Hundeschule nicht hat gefallen lassen. Der Professor hat immerhin eine Biografie über Jimi Hendrix veröffentlicht.

Der Moderator sagt: Jimi Hendrix wäre dieses Jahr 65 Jahre alt geworden. Sie bieten im Herbst-Semester eine Klasse zu Jimi Hendrix an. Eine Klasse über Beethoven, das könnten wir alle sofort verstehen, vielleicht eine Klasse über Frank Sinatra, okay. Aber über Jimi Hendrix? Was macht ihn zum Thema für eine Klasse an der Universität?
Der etwas schüchterne Professor versucht auf die Spur, die der Moderator legt, herüberzuwechseln. Er sucht nach einem passenden Superlativ: Ja, das können wir ohne zu zögern sagen, Jimi Hendrix war der Größte auf der elektrischen Guitarre. – Und er relativiert: Zumindest für meine Ohren ist er der absolut Größte. Er war es – technisch gesehen – auf der E-Guitarre und der Akustik-Guitarre. Und er war es auch als Komponist. Das kann man in jedem Fall sagen: Sein psycholedischer Sound auf der E-Guitarre ist unerreicht geblieben. Der Moderator, selbst ein Endfünfziger, ist zufrieden: Was weiß man über seinen Tod mit 28? Da gibt es ja viele Theorien?

Der Professor jetzt weniger schüchtern, mit krauser Stirn, Betroffenheit zwischen den Augen: Jimi Hendrix nahm Drogen, seine Auftritte wurden irgendwann schlechter dadurch, das hat ihn deprimiert. Er brauchte in der Todesnacht Schlaftabletten, um überhaupt einschlafen zu können. Er ist an seinem Erbrochenen erstickt, infolge von Barbituraten in Verbindung mit sehr viel Alkohol. – Ein Moment Betroffenheit, eine Sekunde Schweigen – was hier im TV selten ist.
Die Daten für die Einschreibung für die Jimi Hendrix-Klasse am 9. September werden eingeblendet. Der Moderator gibt zurück ins Fox-News-Studio nach Los Angeles.

Die beiden Moderatoren dort verweilen einen Moment beim Thema. Sie hat graue, er weiße Haare. Sympathische Typen. Im Zwi-Gespräch über Jimi Hendrix sind sie sich absolut einig. Er war der Größte, auch wenn viele junge Leute seine Musik kaum noch kennen. Und vor allem seine Jazz-Stücke sind amazing, really amazing, sagt die niedliche Moderatorin, mein Alter. Beide sind für einen Augenblick sehr spürbar für mich. Wir drei sind uns einig.

In einem Forum im Internet schreibt die 18-jährige „Matschkopf-1“:

Ich bin wahrscheinlich nicht die einzige die das Wort
"psychodelisch" von Vegas nicht versteht.
Hier mal die Übersetzung:

psychodelisch: in einem (bes. durch Drogen hervorgerufenen)
euphorischen (in heiterer Gemütsverfassung),
tranceartigen Gemützustand befindlich.

Da fragt man sich doch woher Vegas solche Ausdrücke
kennt. ;-)
Naja, is ja auch egal.


Der Film: Jimi Hendrix - Live at Woodstock 69

Donnerstag, 2. August 2007

Cable Cars


Ich fahr mit den Dingern ja nicht. Erstens kostet die Fahrt in eine Richtung fünf Dollar. Die Untergrundbahn ein Dollar 50. Und zweitens fährt jeder Tourist damit! (Für fünf Dollar können es nur Touristen sein, das hält man sonst nicht durch!) Ich laufe also die Hügel lieber hoch und tue so, als wär ich kein Tourist :-)
Die Cable Cars sind das Erste, woran man denkt, wenn man von San Francisco spricht. Die Bilder von den steilen Straßen, den Trittbrettfahrern, die sich weit herauslehnen und den bunten Holzwagen kennt jeder, auch wenn er nie hier war. Man hat die Cable Cars 1946 versucht abzuschaffen: das löste einen Sturm der Entrüstung aus. Sie laufen seit 1873, was die Technik aber auch ihr Äußeres betrifft, unverändert.

Damals war die Erfindung für die Erschließung und Bebauung der Hügelkuppen wichtig. Vorher hat man versucht, Baumaterial und Menschen mit einer Pferde-Tram auf Nob Hill und Russian Hill hochzukarren. Aber bei Nässe kam es wohl immer wieder zu schrecklichen Unfällen,wobei die Wagen die steilen Hügelstraßen hinunterrutschten und die Pferde mitrissen.

Das Prinzip ist eigentlich simpel: Motorwinden in einem Maschinenzentrum auf Nob Hill (da darf man rein) halten Stahlseile in Kanälen unter der Straße in Dauerbewegung. Wenn der Gripman den Greiferhebel bedient, klammert sich der Greifer durch eine Rille in der Straße an das Stahlseil und zieht so den Wagen die Hügel hoch. Um anzuhalten lässt der Fahrer den Hebel los und betätigt die Handbremse.

Gripman werden meist Afro-Amerikaner, bullige Typen, die richtig Kraft in den Händen und Armen haben und schnelle Reflexe, um den Greiferhebel überhaupt bedienen zu können.

Für die Anlieger von Hyde Street, California Street, Mason Street produzieren die Stahlseile in den Kanälen unter der Straße eine permanente Geräuschkulisse. Wahrscheinlich hört man das Geräusch irgendwann nicht mehr. Richtig laut ist es in den Kurven, wo die Seile über Wellen laufen.

San Francisco ohne Cable Cars - unvorstellbar!
Album: Cable Cars

Waterfront


Da, wo die längste und breiteste Straße San Franciscos, Market Street endet, steht das Ferrie Building. Bei den Folgebränden des großen Erdbebens von 1906 haben Feuerwehrleute das Gebäude drei Tage lang mit Dauerbeschuss aus Wasserschläuchen vor den Flammen gerettet. Bis die Oakland - San Francisco Bay Bridge 1936 fertig gestellt war, fuhren täglich Zehntausende mit der Fähre auf die andere Seite der Bucht. Heute pendeln immer noch Berufstätige mit der Fußgänger-Fähre nach Oakland.

Abends, wenn der Nebel langsam von Westen, vom offenen Ozean über die Stadt zieht, joggen die berufstätigen jungen Leute hier vorne an der Waterfront. In der Mitte der langen Uferstraße Embarcadero liegt das Ferrie Building. Folgt man den Joggern in Richtung Westen, erreicht man irgendwann Pier 37, das ist Fishermen's Wharf. Von dort aus geht die Fähre nach Alcatraz. Im Januar 1990 hat sich hier auf ein paar Holzplanken eine Gemeinde von ca. 50 Seelöwen angesiedelt und ist - zur Freude der Touristen - geblieben.

Natürlich gibt's Stände, wo es wunderbar nach gebackenem Fisch riecht und nach Krabben, Langusten und Hummern. Touristen, die San Francisco in 3 Tagen absolvieren, halten sich am Fisherman's Wharf auf. Essen Krabben mit Mayonnaise, gehen ins Wachsfiguren-Kabinett und besuchen die kostenlose Ausstellung mit alten Spielautomaten. Wenn man diese Orte meidet, ist es an den Piers herrlich. Es gibt ein paar gute Restaurants, wo man abends gut sitzen und über die Bucht sehen kann.
Album: Waterfront - Embarcadero

Montag, 30. Juli 2007

de Young Museum


Das zweite Top-Museum in der Stadt – nach SFMoMa – ist das de Young. Es steht im Golden Gate Park und zeigt über 1000 Arbeiten US-amerikanischer Maler. Außerdem: indianische, mexikanische, aztekische, afrikanische und polynesische Kunst, die mich heute überhaupt nicht interessiert hat. Ich hatte die Amerikaner in europäischen Museen nie wahrgenommen. Weiß nicht, woran das liegt. Wahrscheinlich gibt es in Europa nicht viele Bilder. Hier ist alles, was in USA Rang und Namen hat, an einem Ort. Was ich überhaupt nie erlebt habe: man durfte drinnen fotografieren.

In naturalistischen Darstellungen aus dem späten 19., Anfang 20. Jahrhundert spiegelt sich amerikanische Geschichte. Fand ich spannend! Das ist bei uns genauso, aber man vergisst es. Ich hab vier Bilder fotografiert: eines vom Frühling in Kalifornien, eines von Indianern auf Bisonjagd, ein Häuptlings-Portrait und ein Gemälde mit dem Titel „Die letzten Momente des John Brown“. Amerikanische Geschichte. Wer kennt das Lied „John Brown’s Body“ nicht?! John Brown war weißer Militärangehöriger, der sich mit Gewaltaktionen gegen die Sklaverei in den Südstaaten gewandt hat und sechs Monate vor Beginn des amerikanischen Bürgerkriegs dafür gehängt wurde (gelernt bei Wikipedia).

Die modernen Bilder kommen von George O’Keeffe, Diego Rivera, Edward Hopper, Willem de Kooning, Wayne Thiebaud und vor allem hier in Kalifornien: von Richard Diebenkorn. Diebenkorn ist für die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg eine richtige Größe in Kalifornien! Malerei-Interessierten kann ich ihn nur auf das Schärfste empfehlen! Seine Bilder sind voller Licht und Sonne. Wie die Bilder der französischen Maler an der Côte d’Azur. An Matisse hat er sich tatsächlich orientiert.

Das Museum wurde beim Erdbeben von 1989 zerstört und jetzt von zwei Schweizer Architekten wirklich mutig wieder aufgebaut. Das de Young ist zur Zeit – zusammen mit dem unzweifelhaft scheußlichen Mariott-Hotel an der Market Street - das umstrittenste Gebäude San Franciscos. Mir gefällt es. Das Gebäude ist so schlicht, man verlässt es, und zurück bleibt nur die Erinnerung an einzelne Bilder. Ist das nicht der Zweck eines Museums? Beim SFMoMa denke ich hauptsächlich an das Gebäude, die Bilder hab ich bis auf eins längst vergessen.
Album: de Young Museum